Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung  ?
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 8. März 2001
Kategorisierung Viehzucht; BSE; 2001

Zuletzt lacht keiner

Der durchschnittliche Rinderhalter auf der britischen Insel hat rund 100 Stück im Stall stehen, davon 70 Kühe; der österreichische Durchschnitt liegt bei 20 Stück, davon acht Kühe. Bei den Schweinen lauten die entsprechenden Zahlen: Rund 600 je Betrieb in England und Irland, 40 in Österreich. Weil dies Durchschnittszahlen sind, heißt das, dass es auf der Insel viele Rinderhalter mit mehreren hundert Tieren, viele Schweinehalter mit vielen tausend Tieren gibt. Was wurde gelacht über die Österreicher, deren Bestandesgrößen irgendwo zwischen Portugiesen und Griechen liegen! Das alles hätte keinerlei Chancen in der Zukunft. Und erst die Milchleistung und die Futterumwandlungsquoten - wie in den Entwicklungsländern! Der Gerechte weiß, was sein Vieh braucht. Er kennt jedes Stück beim Namen. Versuche das bei einer Herde von mehreren hundert Stück! Wer kann auffälliges Verhalten von Schweinen registrieren, wenn sie ihm zu tausenden anvertraut sind? Die Beschaffung von halbwegs genießbarem Tränkwasser und die Beseitigung des Abfalls sind die Hauptsorgen der kalifornischen Milchfarmer, mit 850 Kühen im Durchschnitt(!) Schadenfreude ist schon deshalb nicht angebracht, weil die Probleme, die von den Großen verursacht wurden, auch alle Kleinen treffen. Dass Rindfleisch schwer verkäuflich ist, trifft auch den, der jährlich nur ein, zwei Stück verkaufen will. Jetzt bleibt auch er drauf sitzen, weil sich die Großen so naturwidrig aufgeführt haben.

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