Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 14. Dezember 2000
Kategorisierung Rudolf Edlinger; Niki Lauda; Kapitalismus; 2000

Yen-Schulden

Niki Lauda wird unter anderem vorgeworfen, dass er Kredite in Yen aufgenommen hat. Warum sollte er gescheiter sein als die Finanzminister früherer Regierungen? Man muss sich keinen Spitzel leisten, sondern sich nur bei der Print Media Austria AG, vormals Österr. Staatsdruckerei, das "Amtsblatt der österr. Finanzverwaltung" besorgen. Im 48. Stück vom 9. Mai 2000 steht da wörtlich: "Die Erhöhung der Schuldenquote ist vor allem durch den Anstieg des Yen-Kurses begründet." Die Erhöhung der Schulden des Bundes von 1998 auf 1999 von 1.856,8 Milliarden auf 2.081,5 Milliarden, also um 224,7 Millionen oder 12,1 Prozent wird so begründet: "Die Erhöhung der Finanzschulden resultiert in erster Linie aus Schuldaufnahmen zur Finanzierung des Budgetabganges und aus dem Anstieg des Yen-Kurses." In den kommenden Jahren werden allein für "Zinsen aus der Durchführung von Währungstauschverträgen" 44,1 Milliarden Schilling auszugeben sein.

Früher einmal hat es noch geheißen, dass die Staatsverschuldung - so lange sie nur im Inland aufgenommenes Geld enthält, und nur einen Bruchteil der auf Sparbüchern liegenden Gelder ausmacht - nicht tragisch sei. Nun lesen wir, dass der Anteil der Fremdwährungsschulden satte 14,2 Prozent beträgt. Hoffentlich nicht alles in Yen.

Alles Mitleid mit den Häuslbauern, die gegen alle guten Ratschläge Kredite in Yen aufgenommen haben. Aber warum sollten sie gescheiter sein als Niki Lauda und der Finanzminister Rudolf Edlinger zusammen?

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