Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

Wechseln zu: Navigation, Suche
Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 25. April 2002
Kategorisierung Fussball; Bankwesen; Cross-Border-Leasing; 2002

Wirtschaftlich denken

In einem Dorf bei Innsbruck gibt es eine gut arbeitende Raiffeisenkasse. Das lässt die Sparkasse aus der Stadt nicht ruhen, und sie eröffnet hier eine Zweigstelle. Dem Bauern, der von seinem potenten Mieter dafür rund 2000 Euro im Monat bekommt, ist das natürlich recht. Wann immer man bei der Zweigstelle vorbeigeht - es sind nur die Angestellten darin zu sehen. Angeblich erledigen nur jene ihre Geldsachen dort, die nicht wollen, dass man bei Raiffeisen weiß, wie viel oder wie wenig sie haben. Dieser Tage wurde die Zweigstelle - nach vielen Jahren Defizitbetrieb - in einen Selbstbedienungsladen umgebaut.

Unsere hohen Bankspesen wurden einem immer damit erklärt, dass es bei uns so viele Zweigstellen geben muss. Muss? Zweites Beispiel: Ein Fußballfunktionär überweist einen Millionenbetrag nach Amerika, um dafür später einen vielfach höheren Kredit zu bekommen. Die Amerikaner freuen sich auf die flotte Überweisung aus Europa, behalten sich die Anzahlung und vergessen den Kredit. Als Rapid-Anhänger kann man über so viel Naivität nur schmunzeln. Van Staa hat zu Recht gesagt, dass es keinen Grund gibt, einem Verein, der so wirtschaftet, aus Steuermitteln einen Euro nachzuwerfen. Den Bauern wie den kleinen Beamten wird oft gesagt, sie verstünden nichts von der freien Wirtschaft. Das, was die "Verantwortlichen" in diesen beiden Fällen getan haben, das hätten wir, um mit Ferdinand dem Gütigen zu sprechen, auch noch können.

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen