Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 21. Juli 1994
Kategorisierung Forstwirtschaft; Milchwirtschaft; Werbung; 1994
Anmerkung des Autors H. Partl rief Anfang August beleidigt an; in der "eigenen Zeitung" so ein Angriff. D'Arbo kenne H. nicht.

Werbemuffel

Es habe, so hieß es, die Bandenwerbung bei der Fußballweltmeisterschaft jeweils 15 Millionen Schilling gekostet - und das je Spiel, für jeweils rund zehn Laufmeter. Kein Wunder, daß sich nur Weltfirmen den Spaß leisten konnten.

Der Marmeladinger aus Stans hat unlängst darauf hingewiesen, welche Chance unsere Milchwirtschaft ungenützt verstreichen läßt, weil sie die Milchpackungen so gestaltet, wie das nur rumänischen oder bulgarischen Staatsbetrieben einfallen kann. Millionen Milchpackungen stehen täglich auf Österreichs Tischen, schon beim Frühstück, sagte er. Und was ist da, weiß auf blau, an Langweilern geschrieben - auf Millionen kleiner kostenloser Werbeflächen! Vergleichen Sie damit, verehrte Leser, die Aufmachung der Marmeladegläser aus Stans. Selbst der Name der Firma wirkt wie von einem Profi erfunden; er ist aber echt.

Haben Sie schon bemerkt, daß die Forst- und Holzwirtschaft beginnt, für Holz zu werben? "Stolz auf Holz" sollen wir werden. Waldbauern und Holzverarbeiter tragen gemeinsam dazu bei, diese teure Image-Werbung zu bezahlen. Es soll den künftigen Konsumenten eingeredet werden, daß, wer Holz verbaut, sich etwas Gutes tut; und daß er auch dem Wald, der nicht sterbenskrank ist, und der soviel Holz trägt wie nie zuvor, etwas Gutes tut, wenn er für Umsätze sorgt.

Sie haben von dieser Image-Kampagne noch nichts gemerkt? Das wäre dann ein weiterer Beweis dafür, wie mühsam und wie teuer es ist, Werbung zu machen.

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