Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?August 2001
Kategorisierung Politisches; Kapitalismus; 2001

Wer fuhr nach Genua?

In der Zeitung der österreichischen Wirtschaft, in der "Presse", konnte man nachlesen, dass im Grunde nur Strolche und Anarchisten nach Genua gefahren sind, um dort gegen die Art und Weise, wie derzeit die Welt verwaltet wird, zu protestieren. Und wer dort eines über die Rübe gezogen erhielt, muss sich das schon selber zuschreiben. Es lohnt sich, mehrere Zeitungen zu lesen. Im "Standard" wurde ausführlich aus einer katholischen italienischen Zeitung zitiert: Ein junger Mann von 18 Jahren fühlte sich, wie viele andere auch, von einer Rede des Papstes vor dem Weltjugendtreffen ermuntert, nach Genua zufahren. Er konnte sich nicht erklären, warum er von "Ordnungshütern" derart zusammengeschlagen worden war, nachdem er nur getan hatte, wozu ihn der Papst aufgefordert hatte: Öffentlich zu bekennen, dass diese unsere Welt eine ungerechte ist. Haben Sie bei uns irgendwo gelesen, dass der Obmann des Südtiroler Bauernbundes, die Landessekretärin der Bäuerinnenorganisation und der Pressereferent des Bauernbundes mit 150 anderen Südtirolern auch in Genua waren? Kann sich wer vorstellen, dass Nordtiroler (Politiker) gleich welcher Farbe sich so eine Plage antun würden? Sicher nicht. Die plagen derzeit bekanntlich ganz andere Sorgen.

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