Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Weiteres zu den "Brunftgedanken"

Autor Hermann Arnold und Herbert Unterwurzacher
Medium Jagd in Tirol
Texttyp Leserbrief
Erscheinungsdatum Dezember 1996
Kategorisierung Jagd; 1996
Anmerkung des Herausgebers Teil der Kontroverse Brunftgedanken, die auch zu Hofingers "Brunftgedanken", "Wie man in den Wald hineinruft...!" Hochsitzgedanken — von der Seele geschrieben! und Weiteres zu den "Brunftgedanken" führte.


(Betr.: "Jagd in Tirol", November 1996, Seite 1: "Wie man in den Wald hineinruft . . . !") Lieber Landesjägermeister! Deinen Ausführungen als Entgegnung über die im "Lamahaus" in der Brixner Straße 1 geborenenen und in der Farmer-times ordnungsgemäß veröffentlichten Gedanken über die Brunft ist nichts hinzuzufügen, es sei denn das, daß der Brunftgedankenerfinder verkennt, daß die Jagd — so wird nicht selten von der im gleichen Haus befindlichen Berufsvertretung behauptet — die einzige wirtschaftliche Sparte der Landwirtschaft sei.

Polemischerweise müßte man sagen, daß das Äsen im "überständigen Grummet" den Schluß zuläßt, daß man selbst nicht mehr erntet, und irgendwo kommt mir vor, daß das Wild aufgrund des vom Jagdpächter erbrachten Jagdschillings doch zumindest im angemessenen Rahmen auch äsen sollte dürfen. Oder will man einen Pachterlös auch dort, wo kein Wild mehr ist, weil es wegen des Schadens, das es angeblich anrichtet, ausgerottet werden mußte? Das wäre dann eine zweite Bewirtschaftungsprämie! Ich schließe nicht aus, daß der Brunftgedankenerfinder meint, der Pachterlös sei nur für das Begehen der Grundflächen, für das Äsen des Wildes sei separat zu zahlen. Und irgendwo kommt es mir komisch vor, wenn man unter dem Aspekt der Notwendigkeit der Bewirtschaftung der Almen horrende öffentliche Gelder aufwendet, um zu bewirken, daß dort mit Schafen oder Großvieh geweidet und so das "überständige Gras" abgefressen wird. Freilich wundert es in dem Zusammenhang nicht, daß man die Tätigkeit des Wildes, das diese Leistung natürlicherweise gratis erbringt, nicht schätzt, vielleicht müßte man auch diese noch subventionieren.

Der Kreis schließt sich, wenn man hört, daß das Wild jeden Baum frißt, jede Wiese "abmäht", damit einen riesigen Schaden auslöst und am Ende ein Geschädigter übrigbleibt, der das Geld noch bei der Raiffeisenbank selbst abholen muß. Mit diesem abenteuerlichen Kausalzusammenhang komme ich nicht mit, bin aber auch nicht verwundert, daß die besagte Sparte in Tirol bedeutungslos scheint, wenn man die Berichte über die Lage der Land- und Forstwirtschaft, die jährlich im Tiroler Landtag diskutiert werden, durchsieht und dabei nicht ein Wort von der wirtschaftlichen und wohl auch landeskulturellen Bedeutung der Jagd liest. Klar ist mir jetzt freilich, daß es dringend geboten ist, einen Vertreter der Landwirtschaft im Ausschuß des Jagdverbandes zu haben, weil nur so gehofft werden kann, daß zumindest Grundkenntnisse über den Zusammenhang Wild/Wald/Wiese vermittelt werden können. Mit den besten Grüßen

Dr. Hermann Arnold, Landesamtsdirektor

P.S.: Interessant wäre eine Studie über die Auswirkungen der Brunftlaute auf das Verhalten bestimmter Zeitungsschreiber und untersucht werden sollte schon auch noch, ob diese Laute zu gesundheitlichen Schädigungen bei Funktionären und Bediensteten der Landwirtschaft führen. Ausschließen kann man nicht, daß dieselbe Auswirkung bei Anblick eines ausgestopften Hirschhauptes eintritt.


Brunftgeschrei

Es war schon wirklich int'ressant, was in der Bauernzeitung stand, ein Hofinger darin beschreibt, was so ein böser Jäger treibt.

Herrscht Brunftbetrieb in Wald und Flur, streng nach den Regeln der Natur, dann fällt dem H. ganz ernsthaft ein: Der Jäger muß auch brunftig sein, wenn er zum Schusse sich entschließt und in der Brunftzeit etwas schießt!

Man weiß, die Gegner uns'rer Jagd, die haben manches schon gesagt, teils etwas grob, teils etwas feiner, doch solchen Stumpfsinn sagte keiner. (Vom Hofinger ist kurz zu sagen: Verstehen tut er nichts vom Jagen!)

Nun die Moral von der Geschicht: Bezichtige die andern nicht, wenn selbst voll Brunftgedanken bist, der Schelm denkt gern so wie er ist! (Ich werde durch die Brunft nicht geil!) Weidmannsheil!

Dir. Herbert Unterwurzacher

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