Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum Sommer 2001
Kategorisierung Max Weiler; Kunst; Kirchliches; 2001

Weiler mit Weile

Wer erinnert sich noch an die Aufregung um die Weilerfresken im Innsbrucker Hauptbahnhof? - Alle, die älter als 60 Jahre sind. Wer erinnert sich an die Aufregung über die Weilerfresken in der Innsbrucker Hungerburgkirche? - Alle, die über 70 Jahre sind. Die Jüngeren wissen es aus den Erzählungen der Alten, aus den Weilernachrufen anlässlich seines Todes, aus den Würdigungen dieses wahrlich großen Malers anlässlich seiner hohen Geburtstage.

Im Pustertal gibt es jede Menge Träger des Namens Weiler. Sie sind inzwischen auf ihren weltberühmten Vetter recht stolz, auch wenn sie nicht all sein Schaffen verstehen. Er wurde ja oft missverstanden. Im Bauernbund ging der Riss quer durch das Haus. Der streitbare Direktor Anton Brugger schrieb damals, die Bauern hätten es verdient, als Christusmörder abgebildet zu werden, sie seien um nichts besser als der Rest des Volkes. Das hat man Brugger damals sehr für übel genommen.

Weiler hat viele überaus bemerkenswerte Porträts gemalt. Das von Eduard Wallnöfer ist besonders treffend und schön zugleich. Wenn nun um viel Geld die Bahnhoffresken abgenommen werden, um am Neubau wieder angebracht zu werden, dann ist das recht und gut. Ablehnung und späte Annahme des Max Weiler sind ein gutes Beispiel dafür, wie in Tirol geistige Kämpfe ausgetragen werden: Verbissen, heftig, oft frei von jeder Sachkenntnis. 1954 hörte ich einen älteren Tiroler am Bahnhof Innsbruck sagen: Schianer war's wenn oaner aui g'schissen hatt ...

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