Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?November 2001
Kategorisierung Architektur; 2001

Wahr gesprochen

Wer erfolgreich ist, kann noch immer die Angewohnheit aus seiner Aufbauzeit beibehalten: In Interviews so gut wie nichts zu sagen. Anders der wirtschaftlich erfolgreichste Tiroler Architekt und Bauunternehmer Christoph Achammer. Er sagte dieser Tage in einem Zeitungsinterview: In Tirol habe seine inzwischen europaweit anerkannte Firma "lange für die Bausünde aus den 70er-Jahren, das Holiday Inn Hotel büßen müssen," Und das aber ganz zu recht: Es gibt kein anderes Bauwerk in der Landeshauptstadt, das dem Stadtbild ähnlich abträglich ist wie der Hotel- und Büroturm neben der Triumphpforte.

Nun weiß man auch in Innsbruck, und nicht erst seit dem Abriss des Hauses der Begegnung, seit dem Abbruch der Bergisel-Schanze und von Dutzenden anderen Betonbauten, dass sie nach etwa dreißig Jahren reif für den Schneidbrenner sind. (Häusern aus Stahlbeton kommt man nicht mehr mit einer großen Stahlkugel bei.)

Als das scheußliche Monster in der Salurner Straße eröffnet wurde, da schrieb ein etwas naiver Innsbrucker Journalist, am schönsten sei der Blick vom obersten Stock des Hauses in die Altstadt. Umgekehrt ist auch gefahren: Der Blick von der Altstadt in den Süden wird durch das Holiday Inn beherrscht. Noch, bis es abgerissen wird. Keine größeren Sorgen sollten wir haben?

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