Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 20. Oktober 1988
Kategorisierung Klärschlamm; Umweltschutz; 1988

Unseren Kindern zuliebe

Sagt der Lehrer: Alle schauen beim Fenster hinaus, und wenn einer hinunterfällt, will es keiner gewesen sein. Sagen Kammer und Bauernbund: Klärschlamm ist Gift für die Böden -und es wird so viel aufgebracht wie nie zuvor, auch auf Almen und sogar Wäldern, wo es ganz eindeutig gesetzwidrig ist. Und nachher will es keiner gewußt haben. Wer in diesen Tagen sagt, daß er nie davon gehört hat, daß Klärschlamm seine Böden ruinieren kann, der hat keine Zeitungen gelesen. Ob er dann diese Zeilen liest? Wer es aber gewußt hat und es trotzdem tut, der muß uns in ein paar Jahren nicht „derbarmen". Warum wir überhaupt so viel darüber reden, anstatt dem einzelnen Grundbesitzer das Recht auf Zerstörung seiner Felder und Äcker zu lassen? Weil wir „die Landwirtschaft" als ganze zu vertreten haben. Das heißt, es gibt, über den raschen Vorteil für den einzelnen Betrieb hinaus, übergeordnete Interessen. In unserem Fall: Die Nichtbelastung der Tiroler Böden mit Klärschlamm und all dem, was in ihm steckt, ist agrarpolitisch wünschenswert. Das Einzelinteresse, einen billigen, rasch wirksamen Dünger frei Feld geliefert zu bekommen, hat da kein Anrecht auf Berücksichtigung. All jene, die es schon immer gesagt haben und die es weiterhin sagen, daß die derzeit geübte Form der Klärschlammaufbringung eine sehr problematische Sache ist, wird das Geschrei der Klärschlammgeschädigten in ein paar Jahren trotzdem nicht gleichgültig sein können. Auch wenn wir schon immer ...

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