Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Umweltanwalt im Kreuzfeuer

Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Artikel
Erscheinungsdatum Mai 1997
Kategorisierung Umweltanwalt; Tourismus; Sport; 1997
Zu besonderen Anlässen Bäume pflanzen: Eine Linde schenkten die Arbeiter und Angestellten der Landwirtschaftskammern - im Bild Winfried Hofinger (links) und Franz Eberharter (Mitte) - Altpräsidenten Alfred Steger. Sie wird ihn hoffentlich lange an seine Mitarbeiter in Innsbruck und in den Bezirken erinnern.

Umwelt-Fundamentalisten kritisieren Erleichterungen bei Wegebauten


Zu Olympischen Spielen oder sonst einem größeren Eingriff in die Natur kann der Umweltanwalt oder sonst ein engagierter Schützer der Natur zweierlei tun:

  • Er kann ein absolutes "Nein" dazu aussprechen und dann mit allen Mitteln gegen ihm verwerflich erscheinende Projekte kämpfen.
  • Er sagt, daß er zwar dagegen sei, daß er aber unter gewissen Bedingungen die Sache noch als das geringere Übel ansehe.

Weil der Umweltanwalt nicht nur in Sachen Olympia, sondern auch sonst den zweiten Weg gewählt hat, ist er ins Kreuzfeuer der Fundamentalisten geraten. Das zweite Beispiel ist dies: Es sollen in Zukunft nicht alle Wegebauten naturschutzrechtlich verhandelt werden. Bisher war - und das nicht nur theoretisch - ab einer Länge von ein paar Metern ein Naturschutzverfahren nötig. Das hat nicht nur Bauern und Forstleute erbittert, sondern auch im Büro des Umweltanwaltes und in den Naturschutzbehörden in den Bezirken und beim Land sehr viel Arbeitskapazität gebunden. An die tausend Wege im Jahr, das sind pro Arbeitstag fünf Stück. Der Umweltanwalt hat nun der "Deregulierung" nicht blindlings zugestimmt, sondern gesagt: Deregulierung ja, aber unter der Bedingung, daß über Wegebau, Walderschließung usw. nachprüfbare Konzepte erstellt werden. Werden diese eingehalten, dann ist im Einzelfall und bei kurzen Wegen nicht jedesmal ein Verfahren nötig.

"Checkliste Landschaft"

Die Fundamentalisten haben nun Sigbert Riccabona vorgeworfen, er habe in dieser Frage den Naturschutz verraten. Wer für eine Deregulierung eintrete, öffne den Machern alle Schleusen. Dieser Tage hat Riccabona gemeinsam mit dem größten Gottseibeiuns der Fundis, mit den Touristikern, eine "Checkliste Landschaft" öffentlich vorgestellt. Wieder wird versucht, mit denen, die in der Landschaft werken und die in der Vergangenheit ohne Zweifel grobe Sachen angestellt haben, trotz allem im Gespräch zu bleiben. Die Broschüre ist von der bekannten Qualität aller Druckwerke, die von der Tourismuswerbung hergestellt werden. Sie ist aber auch inhaltlich und didaktisch von jener Klasse, wie man es im Lande nicht oft erlebt. Wunderschöne Bilder, relativ wenig Text. Aus allem leuchtet das Bemühen, den Partner behutsam darauf hinzuführen, welche Werte in Feld und Flur, auf Almen und an Gewässern in seine Verantwortung gelegt sind. Um eine Schutzgebühr von 50,-Schilling kann die Broschüre beim Umweltanwalt, Brixner Straße 2, 6020 Innsbruck, bestellt werden.




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