Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum Oktober 1996
Kategorisierung nicht gedruckt; Viehzucht; Biochemie Kundl; 1996
Anmerkung des Autors auf Weisung von Georg K. nicht gedruckt

Vorlage:Turbokühe

Im Auftrag von Monsanto erzeugt die Biochemie in Kundl jenes synthetische Hormon, daß bei lächerlich gering gesteigertem Futterbedarf die Milchleistung um ein Fünftel und mehr steigern soll. Das bovine Somatropin, abgekürzt rBST. Als vor vielen Jahren eine Gruppe von Neugierigen in Kundl nachfragte, was es mit dem Zeug auf sich habe, da wurden wir ganz ungläubig angeschaut. Ob es uns wirklich ernst mit unserem Einwand sei? Ob wir nicht nur einen Spaß machten? Ihnen, so versicherten die tüchtigen Chemiker und Betriebswirte, sei es einfach undenkbar, daß man gegen so ein Mittel irgendetwas einwenden könnte. Bei gleichem Einsatz von Mitteln mehr Leistung, bei etwas mehr Einsatz eine wesentlich höhere Leistung! Nur Bauernvertreter könnten da Zweifel anmelden. Stelle man einem Strumpferzeuger eine Maschine hin, die aus weniger Erdöl mehr Strümpfe macht - er würde sofort zugreifen. Mag schon sein - nur ist eine Kuh halt keine Strumpfmaschine.

Aus den USA wird nun ein deutlicher Rückgang im rBST-Absatz gemeldet. Und das, obwohl die mit Hilfe dieses Hormons getriebene Milch gar nicht als solche gekennzeichnet sein muß. Offenbar sind mehrere Farmer draufgekommen, daß eine Kuh keine Eiweißfabrik ist.


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