Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?1986
Kategorisierung Transit; 1986

Transitverkehr – sinnlos

In all den Debatten, im Landtag und anderswo, über die Last des alpenüberschreitenden Transitverkehrs (man könnte es auch einfacher sagen: über den LKW-Terror) ist nie die Frage gestellt worden, ob denn dieser ganze Verkehr - auf Schienen oder Straßen - in diesem Umfang überhaupt notwendig ist. Ob da nicht vieles mutwillig, um einer Exportförderung willen, hin und her transportiert wird.

Gesagt wird, im kleinen Kreis und nie öffentlich, gelegentlich unter Berufung auf diesen und jenen Unternehmer: Es würden da Waren aus Italien nach Deutschland exportiert. In Deutschland wird umetikettiert und woanders hin, oder womöglich wieder nach Italien zurück, tranportiert, wofür der deutsche Exporteur eine Förderung erhält...

Viele Güter werden nur deshalb herumgefahren, weil der Transport nach wie vor fast nichts kostet, trotz allen Geschreies über die Abgaben und Steuern. Wenn es sich lohnt, z.B. Bier, das doch zu einem großen Teil aus Wasser besteht, aus dem Rheinland ins Zillertal zu karren, obwohl die dort ein gutes Bier erzeugen, dann ist das der Beweis, wie billig Ferntransport immer noch sind. Bis zu hundert Laster am Tag transportieren Milch - die auch zum Großteil aus Wasser besteht -aus Bayern in die Poebene. Und sie fahren fast alle leer zurück ...

Eine Million Fernlaster fahren jährlich über den Brenner. Bis man mir das Gegenteil beweist, bleibe ich bei meiner Vermutung, daß über die Hälfte all dieser Fahrten ohne Schaden für die Wirtschaft unterbleiben könnte.

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