Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ? 1998
Kategorisierung Transit; 1998

Transit

Wer gezwungenermaßen in den Nacht von Sonntag auf Montag über die Brennerautobahn fährt, und damit in die eine Elefantenjagd dieser Größenordnung gerät, der muß am der Kompetenz der Menschheit, Probleme zu lösen, zweifeln. Wer bei dreißig Fahrten im Inntal, auf der Bahn wie auf Straßen, nicht ein einziges Mal einen Zug den Sautrog, die Eisenbahnumfahrung Innsbrucks, benützen sieht, wird an der Sinnhaftigkeit des Sautrogs zweifeln. Er sei daran erinnert, was der EU-Kommissär auf der Vollversammlung der LWKammer sagte - daß nämlich in Hinkunft 90 Prozent aller Entscheidungen in Brüssel fallen. LH Weingartner darauf sofort: Das heißt, wenn von den verbleibenden 10 Prozent wieder 90 Prozent in Wien entschieden werden, daß für Tirol gerade noch ein Prozent, ein Hundertstel bliebe ...? Fischler: Du sagst es.

Die große Freiheit im Verkehr wird über uns kommen. Schon jetzt ist, etwa in den Morgenstunden, die Kolonne der Fernlaster ohne Unterbrechung. Daher muß auch das Nachtfahrverbot fallen, und die Feiertagsruhe. Wenn die derzeitigen Zuwachsraten anhalten, und die Schweiz weiterhin stur bleibt, ist mit einer Verdoppelung in zwanzig Jahren zu rechnen. Widerstand sei angesagt, bis hinauf zu Bischof und Politikern? Er ist ohne jede Aussicht auf Erfolg. Deshalb bin ich aus der Anti-Transit-Bewegung ausgestiegen. Zum Bombenlegen bin ich nämlich zu feige.

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