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Tiroler Wald V: Schutzwaldsanierung

Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Artikelserie
Erscheinungsdatum August 1995
Kategorisierung Wald; 1995
Von 1972 bis 1994 wurden 800 Mio. Schilling in die Sanierung der Schutzwälder Tirols gesteckt. 440 Mio. bezahlte der Bund (der dafür den Katastrophenfonds anzapfen kann), 200 Mio. das Land und ca. 160 Mio. die Eigentümer. Diese Eigenleistung für Arbeiten, von denen die Allgemeinheit viel und der Eigentümer fast nichts hat, ist beachtlich.

Der große Sprung von jährlich etwa 25 Mio. Schilling auf rund 100 Mio. Schilling erfolgte um 1990, als die sogenannten flächenwirtschaftlichen Projekte starteten. Dabei "handelt es sich um Verbesserungs- und Erhaltungsmaßnahmen in geschädigten Wäldern in Einzugsgebieten von Wildbächen und Lawinen" - gemeinsame Projekte von Forstdienst sowie Wildbach- und Lawinenverbauung.

Ursprünglich finanzierte man mit dem vielen Geld Hochlagenaufforstungen. Nun liegt der Schwerpunkt der Arbeiten bei den Schutzwäldern, also einen Stock tiefer. Die dafür unbedingt nötigen Wegebauten gerieten in die öffentliche Diskussion; seit 1989 kann auch die Seilkranlieferung aus öffentlichen Mitteln gefördert werden. Warum ist der Schutzwald weitgehend ein Sanierungsfall? Er ist überaltert - eine Ernte war in der Vergangenheit oft nicht möglich oder nicht sinnvoll; er wurde bisweilen recht schlecht behandelt - von der Weide über das Streukratzen bis zum Schneiteln; neu dazugekommen sind die Luftschadstoffe, die geschwächten und alten Beständen mehr zusetzen als jungen und gesunden. Für 1995 sind Ausgaben von 160 Mio. Schilling für alle Tiroler Projekte vorgesehen. Die Bereitschaft, so viel in die Hochlage zu investieren, stellt den Waldbesitzern ein bemerkenswertes Zeugnis aus.


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