Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Tiroler Wald IV: Totholz

Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Artikelserie
Erscheinungsdatum August 1995
Kategorisierung Wald; 1995
Vier Seiten im Waldbericht befassen sich mit einem auf den ersten Blick etwas abseitigen Thema: mit dem Totholz. Naturschützer wollen es haben; Waldbesucher und Forstleute eher nicht. Was es bringt? Altes und totes Holz ist ein Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. In abgestorbenen Eichen leben angeblich bis zu 900 verschiedene Lebewesen. Totholz belassen heißt: in den natürlichen Nährstoffkreislauf nicht eingreifen. Liegendes Totholz erleichtert die Naturverjüngung.

Als Nebenprodukt der forstlichen Betriebseinrichtung wurde 1994 eine Totholzaufnahme gemacht - in 20 Gebieten, verstreut über das ganze Land. Und hier das Ergebnis: In allen erhobenen Beständen über 70 Jahre auf einer Fläche von 4.290 Hektar stehen 3,5 Mio. Stämme. Davon waren 290.000 Stämme oder 8,3 Prozent tot. 270.000 davon standen im geschlossenen Bestand, 20.000 frei. Naturgemäß war in höheren Lagen und im Schutzwald mehr totes Holz zu finden als in Talnähe im Wirtschaftswald. Im Durchschnitt lagen je Hektar noch fünf Stämme herum; Stöcke, Grobwurzeln, Wipfel, Totäste und Faulholz wurden nicht erhoben, können aber auch ins Gewicht fallen.

Die Forstleute waren über diesen hohen Anteil an Totholz offenbar selbst überrascht. Der Verfasser des Beitrages im Waldbericht rät, absterbendes oder schon abgestorbenes Holz auch im Wirtschaftswald bewußt stehen zu lassen, ausgenommen im Falle einer Käfergefahr. Einzelne Bäume, Laubbäume, alte Bäume sind als totes Holz interessanter als junge Nadelbäume im Bestand. Die sind, als Folge der natürlichen Stammzahlreduktion, ein alltägliches Bild.


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