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Tiroler Wald III: Luftbelastung

Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Artikelserie
Erscheinungsdatum 10. August 1995
Kategorisierung Wald; 1995
Menschen, Tiere und Pflanzen atmen, wenn auch unterschiedlich, dieselbe Luft. Monatlich gibt ein "Bericht der Immissionsüberwachung" Auskunft darüber, was in der Luft liegt. Die Meßstelle im Dachboden des Warmingerbauern in Hochfilzen, die seit Jahren beim Schwefel nur mehr ausschlug, wenn zu viel St. Johanner Luft nach Hochfilzen einströmte, hat man abgestellt. Wenn man sich erinnert, wie es in Hochfilzen einmal gestunken und gestaubt hat!

Im Bericht über den Zustand der Tiroler Wälder ist der Schadstoffbelastung der Luft breiter Raum gewidmet. Was Dr. Ida Pack und ihre Mitarbeiter seit Jahren messen, war Anlaß für Krisengipfel, Filtereinbauten und anderes mehr. Nichts wird unternommen gegen die vielen Überschreitungen beim Ozon und bei den Stickoxiden. Die kann man nicht nur einzelnen Industriebetrieben zuschreiben, sondern zum Teil sich selbst, als Autofahrer oder als Heizer. Allerdings nimmt der Anteil der LKWs bei den Erzeugern dieser Schadstoffe laufend zu. Stickstoff ist an sich ein Pflanzennährstoff - manche führen auch die Verunkrautung der Wälder auf diese Düngung zurück. Aber die Bodenversauerung durch Stickoxide ist ebenso bedenklich wie die Überdüngung: Ein unkontrolliert gedüngter Wald ist gegen Hitze, Trockenheit und Frost empfindlicher als ein ungedüngter. Aus den Stickoxiden entstehen Ozon und Photooxidantien. Im Jahre 1994 wurden in Tirol an 12 Meßstellen 2639 (!) Überschreitungen der Ozon-Grenzwerte zum Schutz der Ökosysteme registriert. Gemessen daran wirken die 18 Überschreitungen beim Schwefelwert in Brixlegg geradezu bescheiden.


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