Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Tiroler Wald II: Waldzustand

Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Artikelserie
Erscheinungsdatum 3. August 1995
Kategorisierung Wald; 1995
Die Waldzustandsinventur, die WZI, wurde 1994 nicht durchgeführt, weil der Aufwand alljährlich in keinem Verhältnis zum Ergebnis steht. 1995 gibt es wieder eine WZI. 1994 wurde dagegen eine Verjüngungsinventur vorgenommen. Die dabei gewonnenen Zahlen, die vor allem über die Wildschäden Auskunft geben, wurden in dieser Zeitung bereits ausführlich besprochen.

Das Jahr 1994 war das wärmste Jahr, seit es in unseren Breiten Temperaturmessungen gibt, also seit 1822. Inwieweit diese mit Trockenheit im Sommer verbundene Hitze die Vitalität der Bäume vermindert hat, kann noch nicht gesagt werden - sicher ist, daß sich solche Extremwerte auch im Zuwachs niederschlagen.

Auf 3.100 ha Wald gab es Sturmschäden. 15 Waldbränden fielen 1,6 ha Wald zum Opfer. Die Massenvermehrung der Borkenkäfer ist 1994 etwas abgeklungen - wohl eine Folge des unermüdlichen Einsatzes der Waldbesitzer und des Forstpersonals in den hauptbetroffenen Gebieten. Von rund 66.000 fm Schadholz fielen 30.000 fm im Bezirk Reutte an. Borkenkäfer folgen in ihrem Auftreten so wie fast alle Schädlinge einer Wellenbewegung - wie hoch das Maximum wird, hängt von mehreren Umständen ab, vor allem auch vom Wetter in der Zeit des Hochzeitsfluges. Dann geht die Population wieder auf einen sogenannten eisernen Bestand zurück. Im Vorjahr fanden Bockkäfer, Rüsselkäfer, Lärchenminiermotten, Blattwespen und schädliche Pilze aller Art in den durch Borkenkäfern vorgeschädigten Wäldern und in dem warmen Wetter ideale Bedingungen vor.


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