Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Tiroler Wald I: Der Wald in Zahlen

Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Artikelserie
Erscheinungsdatum Juli 1995
Kategorisierung Wald; 1995
Im Frühjahr wurde dem Landtag vom zuständigen Regierungsmitglied Ferdinand Eberle ein ausführlicher Bericht über den "Zustand der Tiroler Wälder" vorgelegt. In dieser und in den folgenden Nummern der TBZ soll dieser Bericht in kurzen Beiträgen aufbereitet werden.

Es ist gar nicht leicht zu sagen, welchen Teil der Landesfläche der Wald bedeckt. Nach dem schon 15 Jahre alten Kataster sind es 37 Prozent, nach den laufenden Erhebungen der Forstinspektionen 38 Prozent, nach der Forstinventur sind es 39,5 Prozent. Einfach zu merken wäre: rund 40 Prozent des Landes sind Wald, das sind recht genau 500.000 Hektar.

Tirol ist das klassische Land der Agrargemeinschaften. Fast gleichviel Wald wie im Privateigentum (36 Prozent) befindet sich im gemeinschaftlichen Eigentum (37 Prozent). Der Staatswald macht 22 Prozent aus. Gemeindewälder bilden mit fünf Prozent den Rest auf 100. Es gibt Bundesländer mit fast keinen Agrargemeinschaften (z. B. Ober- und Niederösterreich), mit viel mehr Staatswald (Salzburg: 52 Prozent) oder fast ohne Bundesforstebesitz (Vorarlberg). In keinem anderen Bundesland ist der Schutzwaldanteil so hoch wie in Tirol: 26 Prozent der Waldfläche sind Schutzwald im Ertrag, 21 Prozent sind Schutzwald außer Ertrag. Im Ertragswald (das sind der Wirtschaftswald und der Schutzwald im Ertrag) gibt es nach der letzten Forstinventur 86 Prozent Nadelhölzer und 3,6 Prozent Laubhölzer - der Rest sind Sträucher und Blößen.

Der Tiroler Wald ist stark überaltert: 62 Prozent aller Bäume im Ertragswald sind älter als 100 Jahre. Aus dem Wald wird regelmäßig nur etwa die Hälfte dessen geerntet, was zuwächst: 1994 betrug der Holzeinschlag 845.582 Efm (Erntefestmeter); der Zuwachs lag im Ertragswald bei 1,5 Mio. Vfm (Vorratsfestmeter).


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