Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum März 2007
Kategorisierung Golf; 2007

Tirol ist kein Golfland (II.)

Tirol besteht, so sagte ein Hofrat, der sein Leben lang in der Grundzusammenlegung tätig war, nur aus "ein paar Kegelbahnen". Wo die Gegend etwas breiter ist, sollen Wohnhäuser, Verkehr und Wirtschaft Platz finden. Ja, und auch ein paar Bauern wollen da Gras, Mais, Gemüse oder Obst anbauen. Ein Golfplatz ist unter 60 Hektar nicht sinnvoll. Es gibt ganz wenige Gegenden im Land, herunten am Land, wo "man" auf 60 Hektar ohne Schaden für den Rest des Landes verzichten könnte. Golfplätze, mit meterhohen Zäunen, sind das Musterbeispiel von asozialem Grün. Wer je wandernd mit seiner Familie vor einem solcher Zäune gestanden ist -"Achtung, Lebensgefahr!" stand da auf großen Tafeln zu lesen -, wird seine Abneigung gegen eine so exklusive Landnutzung nie mehr los. Derzeit ist Grinzens an der Reihe. Noch viel besser geeignet wäre das "Untere Feld" in Mutters (weg mit den paar Langläufern!) oder Patsch. Da wurde vor Jahrzehnten energisch Grundzusammenlegung betrieben. Nördlich der Autobahnzufahrt gibt es daher kilometerweise nur Wiesen und sonst fast gar nichts; nur ein paar Tausend Spaziergänger jährlich, einheimische wie ausländische. Was wäre mit den Feldern zwischen Neustift und Fulpmes - eben, zweischnittiges Grünland und sonst ohne jeden Wert ... Tirol hat mehr Ausländerübernachtungen als ganz Griechenland. Es kann auf ein paar Hundert Golfer, die für die anderen, Einheimische wie Gäste, ein Ärgernis sind, gut verzichten.

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