Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 18. Mai 1995
Kategorisierung Verwaltungsreform; 1995

Suter und Suter

Eines Montagnachmittags, vor etwa zwei Jahren, da wurden an die 60 leitende Landesbeamte und Kammerangestellte von Lienz bis Reutte nach Innsbruck bestellt. Aus Wien eingeflogen wurden drei Mitarbeiter der Firma Suter & Suter. Was sie uns in mehr als zwei Stunden zu sagen hatten, hätte jeder von uns in einer halben Stunde auch dersagt. Man hätte es uns auch faxen können und damit Kosten von zigtausend Schilling gespart. Einhelliger Kommentar: Und von diesen Leuten sollen wir lernen, wie Verwaltung effektiver und sparsamer funktionieren soll? Die Firma hat vom Land für ihre Dienste fast zehn Millionen Schilling bekommen. Hat alles nicht genütz. Dieser Tage mußte Suter & Suter selbst den Ausgleich anmelden.

Natürlich muß in der Verwaltung gespart werden. Natürlich ist man als einer, der zwanzig, dreißig Jahre in einem Betrieb tätig ist, betriebsblind. Aber schon vor dem Debakel mit Suter & Suter haben Kenner der Verwaltung beim Land und in der Kammer gesagt, daß eine ständige Reform dieser Verwaltung wesentlich billiger und womöglich besser - weil von sehr viel Kenntnis der Stärken und Schwächen getragen - auch von den eigenen Leuten gemeistert werden könnte. Sie meinen, daß man sich nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen kann? Stimmt - aber wo, bitte, ist hier ein Sumpf?

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