Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?1988
Kategorisierung SPÖ; Hannes Androsch; 1988

Steuerzahlen

Bis vor einer Woche konnte sich jeder, der nicht jeden irgendwo verdienten Schilling der Finanz preisgab, am großen Vorbild A. abputzen. Wenn der Millionen unbekannter Herkunft glaubhaft als Geschenk des Steiner-Onkels angeben konnte, dann würde es auf unsere paar verheimlichten Tausender auch nicht so drauf ankommen ... Die Verurteilung von Hannes Androsch (der weit in bürgerliche Kreise hinein große Sympathien genoß; warum eigentlich?), ist für die Tugendhaftigkeit im Lande von ganz großer Bedeutung. Nicht mit Schadenfreude, mit Genugtuung sei es festgestellt. Es ist, wie schon vorher im Prozeß Sinowatz-Worm, erwiesen: Alles kann sich jemand, der hoch oben ist oder der viel Geld hat, auch nicht richten. Diese beiden Prozesse und ihr Ausgang waren auch im Interesse der Richter und der Staatsanwälte nötig: Es hat da in letzter Zeit doch mehr an Skandalen gegeben, als das dem Ruf der Rechtspflege guttun konnte. Wenn jetzt noch der Lucona-Prozeß jene Behandlung erfährt, die jeder rechtlich denkende Staatsbürger erwartet, dann ist die Ära Broda/Ofner Vergangenheit. Und der Ruf der Justiz ist wieder hergestellt. Kreisky meinte, Sozialisten würden von solchen Geschichten besonders betroffen, weil sie sich für die sauberen und besseren halten. Ach so?

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