Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?2005
Kategorisierung Fussball; Spielsucht; Peter Rapp; 2005

Spielsucht ist eine Krankheit

Erstens: Fußball ist der Sport der kleinen Leute. Wer von uns kann sich schon Golfen oder Tiefseetauchen, wer kann sich Ballonfahren leisten? Nicht zufällig ist der deutsche Fußballbund der größte Sportverband der Welt. Alle haben wir Fußball gespielt, alle haben wir einen Lieblingsklub (Rapid Wien ist meiner, ganz unbegründbar, aber es ist so). Daher ist der Schock über die Manipulation im Fußball so groß und weit verbreitet. Was haben die Kerle unserem Fußball angetan!

Zweitens: Die Spielsucht ist die am schwersten heilbare Sucht, ja, sie ist im Grunde unheilbar. Deshalb wohl tut das öffentlich-rechtliche Fernsehen alles, um den Ausbruch dieser Sucht zu fördern. Es gibt dafür ein Dutzend einschlägig tätige Sendungen; es gibt einen Moderator, Peter Rapp heißt er, der vor Gericht zugegeben hat, spielsüchtig zu sein - und er warnt nicht andere davor, süchtig zu werden, sondern er fördert dieses Verhalten bei anderen ungeniert durch diese Sendungen.

Drittens: Geldgier und Dummheit sind offenbar grenzenlos. Der nun geständige deutsche Schiedsrichter hat um vergleichsweise wenig Geld sein weiteres Leben verpfuscht. Wie dumm er dabei vorgegangen ist, kann eigentlich nicht mehr überboten werden. Wenn dann noch die Balkanmafia dazu kommt, ist alles beisammen. Und unser Fußball ist auf ewig beschädigt. Da hilft kein Gerichtsurteil, da hilft kein Geflenne der Funktionäre.

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