Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

Wechseln zu: Navigation, Suche
Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 14. Juli 1988
Kategorisierung Transit; 1988

Spazierenfahren

Ein Narr kann mehr fragen, als zehn Weise beantworten können. So lautet die alte Spruchweisheit. Unter dem Berg von Anfragen und Anträgen zum Julilandtag war auch ein Antrag des folgenden Inhaltes: Die Landesregierung möge in Brüssel nachfragen lassen, welche Exportbegünstigungen aller Art es in Europa derzeit gibt. Es könnten durch diese Förderungen Verkehrsströme ausgelöst werden.

So eine Anfrage ist genauer zu begründen. Die Abgeordneten, die diesem Antrag von Dr. Bachmann beigetreten sind, vermuten mit ihm, daß die Exportbegünstigungen, die derzeit zweifellos also Transitverkehr auslösen, bei Schaffung des EG-Binnenmarktes, also Ende 1992, wegfallen. Ob die Regierung und andere bei der Planung der Transitauswege mitbedacht hätten, daß ab 1992 wesentlich weniger Güter hin- und hergefahren würden als bisher?

Wenn das bisher jemand laut gesagt hat: daß ein guter Teil des Warentransits ein Lieferscheintransit und daher überflüssig wäre, dann mußte er sich einiges sagen lassen. Nun stellen ehrenwerte Abgeordnete zum Tiroler Landtag diesen seltsamen Gebrauch unserer Straßen erst gar nicht in Frage - sie fordern die Regierung nur auf, in der Verkehrsplanung mit zu bedenken, daß er sie ab 1992 vermindern wird.

Man könnte aus der Einsicht, daß ohne Not, nur des Gewinnes von Förderungenwegen hin- und hergefahren wird, auch eine andere Forderung stellen: Daß dieser Teil des Transites sofort, zum Wohle des Landes, seiner Bewohner, Böden und Wälder, abgestellt wird.

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen