Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 18. Mai 2000
Kategorisierung FPÖ; Peter Westenthaler; Andreas Khol; 2000

Schmerzensgeld

Es gehört sicher zu den unangenehmsten Dingen im Beruf eines Politikers, dass er sich da oft und oft in Gesellschaft von Menschen aufhalten muss, mit denen er privat nie Umgang pflegen würde. Stimmt, wird jedermann zugeben, aber er hätte ja diesen Beruf nicht ergreifen müssen. Es muss da noch etwas geben: Positiv gesagt, die Möglichkeit, die Zukunft des Landes mitzugestalten. Und es wird dieses Berufsleid auch finanziell ordentlich abgegolten.

Ein eifriger und erfolgreicher Landespolitiker ging eines Sonntags am Nachmittag mit seiner Familie an einen See - in der Sonne sitzen, eine mitgebrachte Jause essen, Schifferl fahren. Ein Wähler erkannte ihn und meinte: Ach so, ist das die neue Art, Politiker zu sein? Tragt es das jetzt, einfach nichts zu tun? Als er uns von dieser Anpöbelung erzählte, gab ihm einer aus der Runde den folgenden, selbst ausprobierten Rat: Er soll sich in einem solchen Fall leise vorsagen, dass das Geld, das er für seine politische Tätigkeit bekommt, auch einen Anteil an Schmerzensgeld enthalte. Ein Schmerzensgeld dafür, dass er sich so angrobsen lassen muss..

Ein Preis, den die Volkspartei dafür bezahlen musste, dass sie nun den Bundeskanzler und die halbe Regierungsmannschaft stellt, ist sicher der, dass man nun mit solchen Leuten wie Kabas oder Westenthaler an einem Tisch sitzen muss, Aber freiwillig würde sich auch mit Kostelka niemand zusammensetzen ...

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