Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum Mai 1996
Kategorisierung Viehzucht; Tierschutz; 1996
Anmerkung des Autors Von einem Tierschützer heftig kritisiert. Sie verlangten nur die Schlachtung hier statt in Bari

Schlächtereien

Im Süden Italiens werden offenbar mehr Pferde gebraucht, als es dort gibt. In der Nähe von Bari gibt es einen Schlachthof mit Hallen, von denen jede Tausende Pferde aufnehmen kann. Russische Schlachtpferde kommen per Schiff, mitteleuropäische per Bahn oder Autobahn. Der Schlachthof hat einen vierspurigen Autobahnanschluß.

So perfektioniert ist da unten, im Land der Mafia, das Morden. Doch halt, das soll nun alles anders werden! Zumindest aus Tirol bekommen die finsteren Kalabresen in Zukunft keine Ware mehr. Abgekörte Haflingerhengste kommen nun, auf Vermittlung der Tierschützer, auf einen Pflegeplatz. Womit ihnen das grausame Schicksal, ermordet zu werden, erspart wird. Warum eigentlich nur die Haflinger? Was ist mit Rindern, Hühnern, Schafen und Ziegen? Sind die, nur weil sie nicht so lieb sind, oder gar, weil sie nicht so blond sind, den Tierschützern weniger nahe? Wer grundsätzlich dagegen ist, daß der Mensch Säugetiere oder Vögel schlachtet, der muß dann aber alle, ohne Ausnahme, vor dem Henkerbeil schützen. Jeder wird dafür sein, daß die jungen Hengste auf dem weiten Weg bis nach Bari nicht gequält werden. Sie vor dem Schlachten bewahren zu wollen, wird den Lesern dieser Zeitung, die regelmäßig ihrem Mordgeschäft nachgehen, nicht sinnvoll erscheinen.

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