Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?1986
Kategorisierung Transit; 1986

Salzige Abwässer

Entlang der Brennerautobahn und darunter sind die Folgen des hemmungslosen Salzens deutlich an den Bäumen zu erkennen. Bauern und Hausbesitzer merken, wie ihre Quellen der Reihe nach unbrauchbar werden. An Pilzen entlang der Autobahn hat man zwanzigmal mehr Cadmium festgestellt, als in Deutschland in der Kalbsleber zulässig ist.

Was ist zu tun? Zunächst, wie überall im Umweltbereich, ist mehr zu sparen. Es wurde schon oft beobachtet, daß gleich hinter dem Salzwagen der Schneepflug gefahren kam. Selbst an kalten niederschlagsfreien Schönwettertagen wie in den letzten Wochen wurde schon kräftig gesalzen. Die Frage, ob die Salzerei überhaupt nötig ist, wird, so scheint es, nur in Kurorten gestellt. Warum nicht auch an Durchzugsstraßen? Könnte man da nicht auch bei Eis und Schnee einfach langsamer, mit Ketten und Winterreifen, auch sicher ans Ziel kommen? Im Straßenverkehr werden viele einfache Fragen nicht gestellt. Und wenn schon Salz: Man könnte die Suppe geordneter ableiten, statt sie durch Auto oder Pflüge hinausschleudern zu lassen; statt sie durch Rohre, wie bei einem Plumpsklo, auf Felder, Wälder und Häuser rinnen zu lassen.

Jene Mitbürger, Bauern und andere, deren Häuser unterhalb einer der vielen hohen Brücken der Brennerautobahn stehen, freuen sich auf den Winter. Da werden die Reparaturarbeiten eingestellt. Es fallen dann nicht mehr Bleistaub und Steinbrocken auf sie und ihre Kinder herab, sondern nur mehr Salzwasser und Schnee.

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