Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?1996
Kategorisierung Wohlstand; 1996

Reiches Land

Der Weg von der Wiltener Basilika hinauf zum Hohlweg - es ist jener, wo 1809 heftig gekämpft wurde - ist seit zwei Jahren eine Baustelle. Zuerst wurden da die Rohre für die Kanalisation verlegt. Dann, so meint man, Asphalt darüber und ab zur nächsten Baustelle. Gemach, gemach: Da werden die Ränder dieses Fußweges mit Ziersteinen eingefaßt; gegen die Stubaitalbahn gibt es ein Gitter, damit niemand hinunterfallen kann. Der letzte Asphalt wird demnächst aufgetragen. Papierkörbe und Bänke fehlen auch noch.

Vordergründig könnte man sagen: Wir müssen ein sehr reiches Land sein, wenn wir uns solchen Firlefanz leisten können. Anders angeschaut: An der Erzeugung und Verlegung der - an sich überflüssigen - Ziersteine und Gitter verdienen nicht nur ein Steinmetz und ein Schmied, sondern auch ihre Arbeiter. Die tragen das Geld in Kaufhäuser, um ihre Familie zu kleiden und zu ernähren, was Kaufleute und Bauern erfreut. Dasselbe gilt für Parkbänke und Papierkörbe. Würde bei dem allem nur gespart, gäbe es weniger Arbeit. Weniger Umsatz.

Ist das alles so einfach? Manche klugen Leute sagen, vieles im Leben, nicht nur die Wirtschaft, funktioniere tatsächlich genau so, wie sich das der kleine Maxi vorstellt.

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