Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 23. November 1989
Kategorisierung Presse; Milchwirtschaft; 1989

Presseskandal

Einer der Herren Horngacher hat letzte Woche ein großes Wort gelassen ausgesprochen: Der Kufsteiner Milch-Dioxin-Skandal sei in Wahrheit ein Presseskandal. Wer traut sich denn so etwas? Der Presse das sagen, was wahr ist? Der wird sich in unseren Zeiten nicht lange halten. Nach Durchsicht der Zeitungen hierzulande und in anderen Bundesländern und nach Abhören der Programme des ORF kann bestätigt werden, daß die Meldung vom angeblich in der Kufsteiner Milch gefundenen Dioxin zehn-bis fünfmal größer gebracht wurde als die späte Richtigstellung. Und die Art der Berichtigung - so, als hätten die Wörgler halt, weil ihnen die ersten Messungen nicht gefallen haben, einfach weitere aufgegeben, bis herauskam, was sie in Auftrag gegeben hätten. Man weiß ja, wie Sachverständige zu kaufen sind ...

Kein Wort der Entschuldigung dafür, daß man Pfuschern auf den Leim gegangen ist. Es war das alles zu erwarten, in ebendieser Form. Es schreibt dies hier einer, der in den nächsten Jahren für die Pressearbeit der Kammer wieder mehr Verantwortung übernehmen soll. Hat er einen Schuß, sich so einzuführen bei seinen alten Kollegen? Hoffentlich nicht. Aber Presseschelte muß erlaubt sein, wenn nachweislich ein solcher Mist gemacht wurde.

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