Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 7. Mai 1998
Kategorisierung ORF; Israel; 1998

Palästina

Einer der Hauptverbrecher im Dritten Reich sagte 1945 in Nürnberg, tausend Jahre würden nicht ausreichen, die Schande, die das deutsche Volk auf sich geladen habe, abzuwaschen. Für uns Österreicher, die unter den KZ-Schergen und unter anderen Elitetruppen überproportional vertreten waren, gilt dasselbe. Es tut also gut, über all das, was Juden betrifft, zu schweigen oder dann, wenn man redet, vorher dreimal nachzudenken. Nachdenken wird man darüber dürfen, ob es dem Gebot des ORF nach journalistischer Objektivität entspricht, über die offenen Fragen in Palästina immer nur Angehörige der einen Seite berichten zu lassen. Niemand würde auf die Idee kommen, einen Palästinenser über die Forderungen seines Volkes in einem Journal des ORF seine Meinung darzulegen, unter dem Mantel der Objektivität. Ben Segenreich darf das (wie vorher Mosche Meisels), und niemand kritisiert, daß er Partei ist. Hans Benedict hat durch Jahrzehnte nur den israelischen Standpunkt dargelegt, und das in Sendungen, die vorgaben, objektiv von einem der heißesten Punkte der Welt zu berichten. Wer beklagt, daß der Standpunkt der Palästinenser jeweils zu kurz komme, muß sich weiß Gott was schelten lassen. Verkehrte Welt.

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