Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 23. September 1999
Kategorisierung Patrick Ortlieb; FPÖ; Hermann Gahr; ÖVP; 1999

Ortlieb gegen Gahr

Im Freundeskreis stellte ich die Frage, ob einer der Anwesenden, zugegeben kein Bauer darunter, wisse, wer der Nationalratskandidat Hermann Gahr sei. Keiner von acht Anwesenden wusste es. Ist das Hermanns "Schuld"? Nach Evi Noichl und Hannes Schweisgut fragte ich dann gar nicht mehr.

Alle wissen, wer Patrick Ortlieb ist. Ein politisch vollkommen unbedarfter Skirennfahrer, der das Parlament noch nie von innen gesehen hat, abgebrochenes Wirtschaftsstudium, Hotelierssohn. Sein politisches Ziel ist es, dem Sport eine noch größere Bedeutung zu verschaffen, als er das ohnedies hat. Ein Quereinsteiger mit hohem Bekanntheitsgrad halt.

Hat die Volkspartei falsch gehandelt, indem sie tüchtige jüngere Leute aufstellte, die außerhalb ihres beruflichen und persönlichen Umfeldes kaum jemand kennt? Die "nur" in ihrem bisherigen Berufsleben gezeigt haben, dass sie leistungsfähig und belastbar sind. Wer sollte sonst ins Parlament? Aber: Es wird unendlich schwer sein, in den verbleibenden Tagen die bisher fast unbekannten Kandidaten dem Wählervolk bekannt zu machen. Selbst wenn sie Tag und Nacht unterwegs wären - was ihr Beruf und ihre Familie gar nicht zulassen - würde das nichts nützen. Die Medien stürzen sich auf die richtige oder auch nur vermeintliche Prominenz.

Ob Hermann Gahr ein funktionierendes Maschinenringservice von null an aufgebaut hat - was sagt das dem, der nicht einmal weiß, was ein Maschinenring ist? Gewählt wird allerdings im Zeichen der Mediokratie nicht dieser oder jene tüchtige Kandidat, sondern es ist ein Kampf der Spitzenleute (auch wenn einer von ihnen versprochen hat, fünf Jahre in Kärnten Landeshauptmann zu bleiben). Wer aller in der "Provinz" aufgestellt wurde, weiß man nicht einmal dort so genau - leider.

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