Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum nicht gedruckt; Dezember 2000
Kategorisierung nicht gedruckt; 2000
Anmerkung des Autors SPÖ; Herbert Prock; Politisches; Alkohol;2000

Nur zwei Drittel

Unter den Belastungen, denen Spitzenpolitiker ausgesetzt sind, leidet oft auch ihr Privatleben. Das ist so allgemein üblich, dass darüber kaum ein Wort verloren wird. Trennt sich einer von seiner bisherigen LAB (=Lebensabschnittsbegleiterin), um ein neues Glück zu suchen, dann ist das in allen Parteien kein Grund mehr, ihn ins Abseits zu stellen. Der letzte "Fall" war vor rund 20 Jahren ein ÖVP-Stadtrat in Salzburg, der seine Alte, die Mutter seiner vier Kinder, gegen eine halb-so-Alte ausgetauscht hat, worauf er alle politischen Funktionen verlor.

Das etwas unübersichtliche Privatleben von Herbert Prock wird es also nicht gewesen sein. Jeder, der gelegentlich in Innsbrucks Gasthäusern unterwegs ist, hat dort schon Spitzenpolitiker länger sitzen gesehen. Dass Herbert Prock als Parteiobmann so wenig Stimmen erhalten hat, mag damit zusammenhängen, dass er ziemlich oft mit Leuten von anderen Parteien beisammen sitzt. Er vergisst dann vielleicht, wie wenig Erfolg er hat. Scheint's wurde das, was alle wissen, auf dem Parteitag nur angedeutet. So wie hier. Warum einer, der nur 66 Prozent Zustimmung erhält, die Wahl annimmt? Weil er keinen anderen Beruf hat. Politik als Beruf wird zur Falle, wenn man nicht zu einer gelernten Arbeit zurückkehren kann. Das gilt auch beim an sich überaus talentierten Politopfer Herbert Prock.

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