Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 22. Jänner 2009
Kategorisierung Kirchliches; 2008

Nur einmal verheiratet

In seiner Jerusalemer Rede, deren deutsche Fassung auch von seiner Diözese ins Netz gestellt wurde, sagte Kardinal Schönborn: "Ich denke, es ist ein Wort des Heiligen Geistes." Nämlich jener Teil seiner Rede, in dem er sagte, dass die Bischöfe Österreichs und Deutschlands vor 40 Jahren gesündigt hätten, weil sie sich nicht bedingungslos hinter "Humanae vitae" (die sogenannte Pillenenzyklika) gestellt hätten. Dafür haben sie vom Gewissen geredet.

Ein Wort des Heiligen Geistes. Jesus sagte laut Apostelgeschichte, kurz bevor er sich von ihnen verabschiedete, zu seinen Jüngern, dass er ihnen den Heiligen Geist senden werde. Aber es ist die Kirchengeschichte bis herauf in unsere Zeit ein fortlaufender Beweis dafür, dass nicht nur Bischöfe und Päpste, die aber besonders oft und heftig, auf den guten Geist nicht gehört haben. Nur ein paar Beispiele: 1832 bezeichnete Papst Gregor der XVI. den Wunsch nach Meinungs- und Gewissensfreiheit als "Aberwitz". Im Syllabus aus 1864 wird es als Irrtum bezeichnet, auf die ewige Seligkeit jener zu hoffen, die außerhalb der einzig wahren Kirche leben - das Vaticanum II hat diese beiden Aussagen mehrfach ausdrücklich zurückgenommen. Was gilt jetzt?

Empörend für alle Menschen, die sich bemühen, eine christliche Ehe zu führen, ist die von Schönborn besorgte Ablehnung von Empfängnisregelung und Abtreibung in einem Satz, oder in einem Absatz. Als hätte das eine mit dem anderen etwas zu tun. Wer, wie ich, Abtreibung als Methode der Geburtenregelung entschieden ablehnt, zugleich aber nicht eine (von Schönborn ausdrücklich gepriesene) Sechs- bis Zwölf-Kinder-Familie als Ideal ansieht, sollte, solange seine Frau fruchtbar ist, also mehr oder weniger enthaltsam leben. Was sonst?

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