Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?Oktober 2001
Kategorisierung Israel; Fussball; 2001
Anmerkung des Autors neue Überschrift der Redaktion. Anruf L., St. Johann: Endlich traut sich einer!
Anmerkung des Herausgebers Alte Überschrift war: "Die großen Scheißer"

Nicht mehr hinfahren

Ein Dutzend von den besten Fußballspielern, die wir noch haben, hat sich geweigert, nach Israel zu fahren, um dort ihren Beruf auszuüben. Als Begründung gaben sie an, dass in diesem Land kriegsähnliche Zustände herrschen, und dass sie, Familienväter die sie sind, daher Angst hätten, hinzufahren. Keiner hat in diesem Zusammenhang gesagt, was Sache ist, und was ihnen abgenommen worden wäre: Israel ist ein Apartheidsstaat, in dem die Ureinwohner ähnlich schlecht behandelt werden wie die Schwarzen noch vor einer Generation in Südafrika. Mit Recht wurde Südafrika-alt von der Staatengemeinschaft geächtet und beispielsweise von Olympischen Spielen ausgeschlossen. Woher sollen die armen Fußballer, auch jene, die in der Zeitung mehr lesen als die Sportseiten und die im ORF mehr hören und anschauen als die Sportsendungen, das wissen?

Es ist jedem Palästinenser verboten, für Sender im Ausland zu arbeiten. Und so erfährt die Welt über Israel nur, was die Zensur durchgehen lässt. Wird einer der ärgsten Kriegstreiber der Israelis erschossen, dann ist das Mord. Vor der relativ menschlichen Regel von "Aug um Auge, Zahn um Zahn" hieß es "Sieben gegen einen". Heute gilt 20 gegen einen, und die Weltpresse feiert das als eine durchdachte vernünftige Aktion.

Und weil so gehandelt wird, soll man nicht mehr hinfahren, weder zum Fußballspielen noch als Pilger.

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