Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?1996
Kategorisierung Wirtschaft; Raumordnung; nicht gedruckt;1996
Anmerkung des Autors A. Humer am Mo vor Abdruck gewarnt! Trotz Versprechen dann doch nicht genommen. Scheißer! Georg: Spinnst Du!

Neuerdings

Stand da ein Vertreter des Gewerbes auf, und verlangte heftig die Abschaffung aller noch bestehenden Hemmnisse, die dem freien Zugang zu einem eigenen Betrieb im Wege stehen. Bedarfsprüfung - sowieso abgeschafft; auch von Qualifikationen sollte man nicht dauernd reden - wer nichts kann, fällt eh auf die Nase, wer etwas kann, bewährt sich. Ein Gewerkschafter, nicht faul, klopfte sich auf die Brust, und bekannte, daß man bisher vielleicht ein wenig zu streng gewesen sei - mit Mindestlohn, Kollektivvertrag, Nacht-, Kinder- und Frauenarbeit und so. Wenn man im neuen Europa mithalten wolle, müsse man vieles davon mutig über Bord werfen. Ein Pfarrer forderte, daß zu den staatlichen Fördertöpfen auch alle Sekten gleichen Zugang haben sollten. Das Monopol der Großkirchen sei heute mit nichts mehr zu begründen. Da wollten sich die Bauern auch nicht lumpen lassen. Sie forderten, daß alle Bauern werden dürfen. Daß Bauernland in Zukunft genau so handelbar sein müsse wie Autos und Aktien. Der Applaus für diese fortschrittliche Haltung wollte nicht und nicht enden.

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