Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ? April 2008
Kategorisierung Medien; Die Furche; Spielsucht; 2008

Mit und ohne

An den kalten Feiertagen hatte man noch mehr Zeit als sonst, die Zeitungen und Zeitschriften von vorne bis hinten zu lesen. Auch Anzeigen kann man sich da noch näher anschauen, als man das sonst täte, wenn das Wetter zu Skitouren oder Osterspaziergängen einladen würde. Viele Zeitschriften hatte in diesen Tagen, weil ja schließlich Ostern war, eine halbe bis eine Viertelseite voll mit einer Anzeige, was man unter win2day.at alles spielen könne. Es gibt da "Tische mit und ohne Setzlimit", aber, keine Sorge, es kann ja nichts passieren, weil das alles unter der Schirmherrschaft der Casinos Austria abläuft, was doch "Sicherheit, Seriosität und Spielerschutz" gewährleistet.

Die Spielsucht ist die am schwersten zu heilende Sucht, die es gibt. Besser gesagt, sie ist, wenn sie einmal ausgebrochen ist, eigentlich unheilbar. Sagen die Suchtexperten. Das hindert den Staat nicht, an der Spielsucht direkt und indirekt, als Miteigentümer der Casino-AG und als Abschöpfer des riesigen Reingewinnes, bei der Sache kräftig mitzutun. Weil es sonst andere täten? Die entsprechenden Zahlen sagen genau, wer beim Glücksspiel immer gewinnt. Dürfen seriöse, (kirchliche) Zeitungen die Werbung für das alles abdrucken? Wenn man weiß, wie schwer es gute Blätter haben, bis hin zur von mir so geschätzten "Furche", finanziell über die Runden zu kommen, und da schlägt ihnen einer vor, für ein durch und durch unmoralisches Inserat soundsoviele tausend Euro zu bezahlen - wer kann da Nein sagen? Muss er aber. Für Glückspiel zu werben ist in sich unmoralisch. Es zerstört das Familien und Existenzen. Und je mehr geworben wird, umso mehr geht; sonst würden die Abzocker ja nicht werben.

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