Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ? Februar 2000
Kategorisierung SPÖ; Heinz Fischer; 2000

Mit Heinz Fischer?

Es geht die Leser dieser Zeitung nicht viel an, wer dem Parteiobmann Viktor Klima nachfolgen wird. Unter anderem wird der seit vielen Jahren als Präsident des Nationalrates geachtete Dr. Heinz Fischer genannt. Man traut ihm zu, seine Partei aus der misslichen Lage, in der sie sich befindet, zu führen. Wirklich? Es muss um 1960 gewesen sein. Wir vom schwarzen "Wahlblock" hatten in der Hochschülerschaft eine satte Mehrheit. Das große Wort führten in allen Sitzungen die paar Roten, die später fast alle Parteikarriere gemacht haben - wie Mauhart, Umek, und vor allem Heinz Fischer. Wir führten das, ohne genau zu wissen, was das ist, auf ihre "dialektische Schulung" zurück. Der Kauf einer Schreibmaschine, oder gar die Anstellung einer Sekretärin, wurde da zur parteipolitischen Staatsaktion hochstilisiert. Unser armer Vorsitzender wusste oft nicht mehr weiter, wenn er im verbalen Trommelfeuer der Opposition stand. Unbestritten sei, dass sich Fischer zu seinem Vorteil entwickelt hat. Wir alle sind nicht mehr die unbekümmerten Buam von damals. Was Fischer geblieben ist, das ist seine Brille: Er ist, geprägt durch über fünfzig Jahre in der Politik, der Inbegriff des Parteimannes, mit allen Vor- und vor allem allen Nachteilen dieser Punzierung. Mit so einem einen Neubeginn starten zu wollen, kann nicht gut gehen. Bei allem Respekt vor der Person und dem Amt des Präsidenten des Nationalrates - das soll er in diesen wilden Jahren, die auf uns zukommen, unbedingt bleiben.


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