Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?Dezember 2001
Kategorisierung Wald; Forstwirtschaft; 2001

Mehr als genug Wald (II.)

Ist eine zuwachsende Wiese zu mehr als die Hälfte überschirmt, dann ist sie, nach dem geltenden Forstgesetz, schwupdiwup, Wald. Wer, etwa auf seiner Alm, so einen "Wald" beseitigt, macht eine unerlaubte und daher strafbare Rodung. Auf Wunsch Beispiele aus dem ganzen Land. Anzeigen - allerdings keine Strafen - hat es auch für Waldbesitzer gegeben, die in einer Lärchenwiese, die zu einem Lärchenwald geworden ist, die Fichten abgezwickt haben. Von Waldverwüstung und Nutzung hiebsunreifer Bestände war da die Rede. Im Forstgesetz war bisher die Mehrfachnutzungsform Lärchenwiese nicht vorgesehen. Warum? Laut Forstrat Richard Wurz sagten 1975 die Tiroler, es bestünde kein Bedarf, die Lärchenwiesen von Wien aus zu regeln. Besonders absurd ist die Regelung beim Bewuchs in der Kampfzone des Waldes: Der ist zwar intensiver geschützt als jeder anderer Wald; aber wenn er keine Schutzfunktion hat, darf er vom Almbesitzer geschwendet werden. Frage an Bobek, Verfasser mehrerer Kommentare zum Forstgesetz: Ist das denn denkbar, ein Wald in der Kampfzone des Waldes ohne Schutzfunktion? Bobek: Unter uns gesagt: nicht - aber es muss ihn geben, weil man nicht annehmen darf, dass der Gesetzgeber Unsinn sagt. Auch diese Bereiche sollen in der geplanten Forstgesetz-Novelle ausgebügelt werden.

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