Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?November 2001
Kategorisierung Wald; Forstwirtschaft; 2001

Mehr als genug Wald

Als 1852 der Waldzustand in den meisten Kronländern so schäbig war und die neu gebauten Eisenbahnen eine weitere Ausplünderung befürchten ließen, da riss Franz Joseph das Forstwesen an sich: " ... Wir, Franz Joseph I., von Gottes Gnaden ..." Seither ist Forstwesen Reichs-, seit 1918 ist es Bundessache. Als 1975 das Forstgesetz erneuert wurde - das alte hielt also mehr oder weniger unverändert 123 Jahre! -da hat man die Bundeskompetenz belassen. Wenn seither irgendwo fünf Bäume gerodet wurden, also Waldfläche auf Dauer der Forstkultur entzogen wurde, dann war das eine Haupt- und Staatsaktion. Jeder Rodungsakt ging bis ins Ministerium. Gefragt, ob es denn, wenn in einem niederösterreichischen oder steirischen Gerichtsbezirk statt 85 bald 90 Prozent Wald wären, eine wünschenswerte Entwicklung sei, sagte der frühere Sektionschef wörtlich: Er habe das Forstgesetz zu vollziehen und sonst gar nichts. Das Zuwachsen der Kulturlandschaft mit Fichten ist den wenigsten Forstwirten ein Problem. Auch nicht, dass jede Wiese und jeder Acker eher verbaut wird als ein noch so schlechter Wald in einem überreich bewaldeten Gebiet. Sollten sie sich grämen, dass andere nicht so tüchtig auf die ihnen anvertrauten Flächen schauen? - Das soll nun anders werden. Und wer die Zersiedelung der Kulturlandschaft zurecht beklagt, soll dem über die Raumordnung gegensteuern, nicht mit dem Forstgesetz.

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