Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Leserpost

Autor Franz Auckenthaler
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Leserbrief
Erscheinungsdatum April 1994
Kategorisierung Kirchliches; 1994
Anmerkung des Herausgebers Bezieht sich auf Familienfest

In der Tiroler Bauernzeitung vom 14. April 1994 wandte sich Herr Hofinger in einem Kommentar gegen jene Menschen, die in irgendeiner Form ihrem Protest gegen die Bestellung von Frau Zanon zur Landesrätin für die Bereiche Familie und Jugend Ausdruck verliehen.

Er stellt die Kritiker mit dem Bibelzitat "Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie", in "jenes Eck der Selbstgerechten, die von Christus verurteilt werden". Ich möchte diese Äußerung von Herrn Hofinger im Namen aller engagierten christlichen Eltern zurückweisen. Hier sollte Herr Hofinger zwischen persönlicher Verurteilung eines Menschen oder der Kritik an einer politischen Entscheidung, die wir aus Gewissensgründen nicht mittragen können, unterscheiden. Unsere Kritik richtet sich nämlich nicht gegen das Privatleben von Frau Zanon, sondern gegen ihre Bestellung. Dieses Recht, glaube ich, sollte man uns in einer Demokratie zugestehen.

Wenn nun oben genanntes Bibelzitat dafür verwendet wird, um jede Kritik an Entscheidungen in der eigenen Partei zu unterbinden, ist dies der erste Schritt zur Diktatur. Abschließend erwähnt Herr Hofinger, daß die vielfältigen Probleme von Alleinerziehenden von sogenannten "Gescheiterten" besser erkannt werden können. Ich weiß nun nicht, ob Frau Zanon zu den "Gescheiterten" zählt. Sicher ist, daß Alleinerziehende viele Probleme haben und der Hilfe der öffentlichen Hand bedürfen. Genauso sicher ist aber auch, daß gerade hier auch das Sozialschmarotzertum Blüten treibt. Viele sogenannte Alleinerziehende leben mit ihrem Freund zusammen und heiraten nur deshalb nicht, um alle finanziellen Möglichkeiten auzunützen. Diese Mittel würden oft von kinderreichen Arbeiter- oder Bergbauernfamilien mit nur einem Verdiener dringender benötigt werden. Ich schätze Herrn Hofinger im allgemeinen als Kommentator in der Bauernzeitung sehr und hoffe, daß er auch unsere Reaktion auf die Entscheidung des Landeshauptmannes versteht.

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