Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 26. Oktober 2000
Kategorisierung Niki Lauda; Hypo Tirol; 2000

Laudas Absturz

Erinnern Sie sich noch? Damals, als Niki Lauda noch regelmäßig im Kreis fuhr, da brannte einmal, fernab von jedem Feuerwehrzug, ein anderes Auto. Lauda fuhr daran vorbei - er sei zum Fahren hierher gekommen, nicht zum Feuerlöschen. Einige Rennen später stand sein eigenes Auto in Flammen. Kollegen, die nicht so dachten wie er, blieben stehen, und zogen ihn aus dem brennenden Wrack. Obwohl beide Tatbestände in allen Zeitungen standen, wurde der Mann als Vorbild für unsere Jugend hingestellt; als das Muster eines tüchtigen Unternehmers. Die Personalvertretung in seiner Firma hat er ungefähr so behandelt wie seine Kollegen auf den Rennstrecken.

Was es bringt, so alte Geschichten aufzuwärmen? Wenn nun eine Fluggesellschaft aus welchen Gründen immer ins Schleudern gerät, dann ist das Mitleid damit ungefähr so groß wie mit jenen, die das Seefelder Kitschgebilde erdacht haben. Der Unterschied ist nur der: In Seefeld war der Untergang von jedem, der das kleine Einmaleins kennt, vorhersehbar. Große Frage: Was hat sich die Landeshypo dabei gedacht, als sie dort 200 Millionen in den Sand setzte? Wenn unsereins einen Kredit von weit weniger als eine Million haben will, braucht er dafür Bürgen, die der Gläubiger im Ernstfall würgen kann. Die Seefelder Narretei ruiniert nicht nur eine angesehene Seefelder Hoteliersfämilie - sie kostet das Land, also uns alle, runde 200 Millionen. Wenn wieder einmal für einen guten Zweck kein Geld aufzutreiben ist, wird man zurecht sagen können: Aber in Seefeld waren 200 Millionen wie nichts zu haben.

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