Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?1987
Kategorisierung Kirchliches; Kurt Krenn; 1987

Krenn, äußerlich

Albert Camus hat einmal allerdings nicht als erster, gesagt, ab einem gewissen Alter sei man für seine äußerliche Erscheinung selbst mitverantwortlich. An diesen Spruch wird man erinnert, wenn man Bilder des designierten Wiener Weihbischofs anschaut. Oder wenn man sich erinnert, welche Figur er gemacht hat, als er vor ein paar Monaten, selber dem Platzen nahe, von den Hungernden in Südamerika im Club 2 des Fernsehens geredet hat.

Es geht nicht um Schönheit. Alle Verachtung etwa für die Auswahl von Politikern nach den Idealen von Modezeitungen für Männer. Aber es müssen, gerade bei einem Bischof, Äußeres und Inneres mehr zusammenpassen als bei Krenn. Nicht jeder kann so ausschauen wie der Kirchenfürst Dr. Berg aus Salzburg, oder wie Kardinal König, wie der Landpfarrer Weber aus Graz, der intellektuelle Asket Kapellari aus Klagenfurt, der fromme Bergsteiger Stecher aus Innsbruck.

Krenn schaut so aus, wie sich Kirchenfeinde die Karikatur eines Prälaten vorstellen. Wie einer der dem Volk Fasten predigt und der selbst in der Fastenzeit Enten und Biber verzehrt. Warum das noch niemand schriftlich dargetan hat? Weil er auch ohne diesen Mangel genug Angriffsflächen bietet. Weil alles andere, was gegen ihn als Weihbischof spricht, ausreichen müßte, daß er es nicht wird.

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