Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 1987 ungedruckt
Kategorisierung Raumordnung; Wasserkraft; Nationalpark; nicht gedruckt; 1987

Kraftwerksgipfel - Nachlese

Ungefragter teilte beim vorwöchigen Gespräch (zwischen den Umweltschützern und den Kraftwerksplanern) Minister Kreuzer dem Landeshauptmann die Rolle dessen, der mit der erwachten Osttiroler Bevölkerung alles klar machen müsste, zu. Der LH antwortete sofort, dass dies vermutlich der schwierigste Part sei, zumal die Wiener zu erkennen gaben, dass das Kraftwerk sicher nicht gebaut würde, wenn die Bevölkerung der betroffenen Gemeinden dagegen sei.

Alle angereisten Sozialisten liessen erkennen, wie sehr es sie belustige, dass es nun offenbar in Osttirol auch Schwierigkeiten gebe. Was uns Hainburg und Zwentendorf,das ist für Euch der ganz neu aufgetauchte Zweifel und Unmut von beträchtlichen Teilen der Bewohner der Nationalpark- und Kraftwerksgemeinden. Von mir daraufhin angesprochen, dass man es ihm direkt ansehe, wie er sich innerlich die Hände reibe, versuchte Kreuzer gar nicht zu dementieren, sondern lächelte weiter. Dass die Kraftwerksbetreiber entgegen anderslautenden Versprechungen das Projekt 1986 einfach einreichten, womit alle Termine zu laufen beginnen, und dass sie erst jetzt mit denen, die sich über das alles Gedanken machen, zu sprechen beginnen, trug ihnen vom Staatssekretär Baur (der ist jetzt im Handelsministerium,weil Erich Schmidt Landwirtschaftsminister wurde) einen so groben Rüffel ein, im Plenum und beim Mittagessen, wie das in der hohen Politik nicht gerade üblich ist.


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