Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 3. November 1994
Kategorisierung Tourismus; Andreas Braun; Kulinarisches; 1994

Kannitverstan

Kam ein Süddeutscher nach Amsterdam und sah dort viele schöne Häuser. Jedesmal, wenn er einen fragte, wem dieses gehöre, sagte ein Holländer: Kannitverstan. Dachte er sich: Der muß aber sehr reich sein, der Herr Kannitverstan. Am Hafen fragte er, wem die Schiffe gehören? Kannitverstan. Kam ein Leichenzug vorbei. Wer wird hier begraben? Kannitverstan. Da wurde der Mann nachdenklich und sagte sich: Auch wer so reich ist wie der Herr Kannitverstan muß einmal sterben.

Nicht verstehen kann man, was der Noch-immer-Chef der Tirolwerbung einer niederländischen Zeitung gesagt hat: Daß nämlich nicht jedes in einem Tiroler Gasthaus angebotene Gulasch von erlesener Qualität sei. Es sei ganz unbestritten, daß manches Wirtshausgulasch - nein, ich sag es nicht. Aber: Wenn einer, dessen Hauptberuf es ist, für Tiroler Wirtshäuser zu werben, im Ausland sagt, ein Teil von ihnen sei nicht zu empfehlen - dann muß ihn schon ein arger Teufel geritten haben. Es kann ihm auf so eine Äußerung hin alles passieren, was hier besser gar nicht aufgelistet wird. Und der nächste Dienstgeber wird sich auch seinen Teil denken.

Ein wenig verständlich ist der Ausrutscher von Andreas Braun nur, wenn man bedenkt, wie er in den letzten Wochen von seinen Wirten abgewatscht wurde. Aber daß einem gescheiten Juristen so etwas herausrutscht? - Kannitverstan.

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