Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ?14. November 1991
Kategorisierung Jagd; Kirchliches; 1991

Hubertushirsch

Zur ganz und gar lächerlichen Diskussion, ob Mädchen Ministranten sein dürfen, eine Facette, die in die Jahreszeit paßt: Vor ein paar Jahren wurde im Ordinariat der Diözese Innsbruck nachgefragt, wie weit der Hubertushirsch an den Altar herangeschleppt werden dürfe. Er darf, so weit das schicklich geht, an den sakralen Tisch heran - aber nicht nur, weil er männlichen Geschlechtes ist ... In Deutschland wird, von "Grünen" und von Gegnern der Jagd, der Hubertus-Kult an sich in Frage gestellt. Ich bin für das alles, weil dabei mancher Jäger wenigstens einmal im Jahr in die Kirche kommt. In Rom steht eine weltberühmte Petrusstatue (die mit dem abgeküßten Fuß). Petrus zeigt mit einer Hand auf den Boden, mit der anderen nach Norden. Die römische Deutung dieser Gesten: Hier werden Gesetze gemacht; genau einhalten tun sie nur jene sturen Leute, die weit weg, hinter und in den Alpen wohnen. Das Konzil hat gesagt, daß das gesamte Gottesvolk zum Gelingen der Liturgie beitragen soll. Zu diesem Gottesvolk gehören natürlich, neben Lektorinnen und Kommunionhelferinnen, auch die vielen braven Ministrantinnen. Und womöglich, einmal im Jahr, sogar ein kapitaler Hirsch.

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