Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium AgroBonus
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum Heft 10 1994
Kategorisierung Forstwirtschaft; 1994

Holzwerbung

Die Waldbauern und die Verarbeiter von Holz wollen einen neuen Anlauf machen: Gemeinsam werden sie in den nächsten Monaten versuchen, den Konsumenten zu sagen, daß man sich und dem Wald etwas Gutes tut, wenn man mehr Holz verbraucht; vor allem als Bauholz, aber sogar verbrennen kann man es mit Vorteil.

Am schlechten Image des Holzes sind die Forstleute, ich eingeschlossen, zu einem Teil selber schuld, Jahrelang haben wir aller Welt gesagt, daß der heimische Wald krank, ja sterbenskrank sei. Und nun meinen viele, auch kluge und wache Menschen, daß es für den armen Wald am besten wäre, wenn man ihn in Ruhe ließe. Die Botschaft, daß in Österreichs Wäldern jährlich mehr Holz zuwächst, als alle "Baumörder" zusammen aus ihm entfernen, ist sehr schwer unter die Leute zu bringen.

Es müßte Allgemeinwissen werden, daß es dem Wald nützt, wenn man daraus erntet - weil er dann jünger und vitaler wird, und weniger anfällig gegen Krankheiten aller Art und gegen Schadstoffe. Das zu verstehen erfordert Sachkenntnis, und weil man die nicht hat, glaubt man den anderen: Jenen, die "die Bäume in den Himmel wachsen lassen" wollen - so wörtlich eine Benzinfirma: um ihre Erdölprodukte besser absetzen zu können.

"Stolz auf Holz" hat ein Budget, das im Promillebereich (!) des Warenwertes "herumkrebst". Die Verkäufer von Getränken, Kosmetikartikeln, Waschpulvern oder Beton würden hellauf lachen, wenn sie wüßten, mit wie wenig Geld wir versuchen, ein angeschlagenes Image wieder zurechtzurücken. Die Fachleute in diesem harten Gewerbe sagen dazu, daß die Reparatur eines angeschlagenen Rufes noch teurer ist als der Aufbau eines neuen, sozusagen vom Nullpunkt aus.

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