Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 3. Juli 1989
Kategorisierung Forstwirtschaft; 1989

Holzweg Nr. 5

Die Kammer hat an den Verband der Versicherungen geschrieben, um wieviel schlechter, wenn überhaupt, das Brandverhalten von Holzhäusern gegenüber anderen Häusern sei. Computerzeitalter hin, Datenspeicherung her: Der Verband, verglichen mit dem das ZK der KPdSU ein Kegelklub ist, schrieb zurück, das könne man nicht sagen. Die Kammer schrieb an den für die Versicherungsaufsicht zuständigen Finanzminister - dieselben ausweichenden Antworten bzw. Nichtantworten. Häuser versichern ist ein ganz großes Geschäft. Im Bundesdurchschnitt zahlen alle Brandversicherten rund doppelt soviel an Prämien ein, als der Schaden ausmacht. Mit Durchschnittszahlen zu arbeiten ist deshalb erlaubt, weil alle Versicherungen rückversichert sind. Ein Großbrand, so groß, daß er in "Zeit im Bild" zu bewundern ist, bringt also nicht eine einzige Versicherung ins Trudeln - er wird von allen gemeinsam getragen. Die Diskriminierung der Holzhäuser, des ländlichen Raumes, der Bauernhäuser in der Brandversicherung trifft die Land- und Forstwirte doppelt: Einerseits wird damit das Holz als Baustoff unverdientermaßen abgewertet. Zum anderen sind die Versicherungsprämien gerade für jene, die große Häuser und relativ weniger Einkommen haben, ein beträchtlicher Kostenfaktor. Weil wir überzeugt sind, daß hier noch einiges drinnen ist, werden wir nicht locker lassen. Allen Widerständen zum Trotz.

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