Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

Wechseln zu: Navigation, Suche

Hochfilzener Magnesitwerk schädigt die Forstwirtschaft

Autor Winfried Hofinger
Medium AIZ, RF
Texttyp Artikel
Erscheinungsdatum 13. Dezember 1967
Kategorisierung Umweltschutz; Forstwirtschaft; 1967

Für die in den Jahren 1960 - 1964 vom Magnesitwerk Hochfilzen verursachten Schaden wurden allein an die Forstbesitzer von Hochfilzen, Fieberbrunn und St. Ulrich rund S 460.000.- ausbezahlt. Zusammen mit den Entschädigungen für den Wald der österreichischen Bundesforste ergab sich eine Summe von rund S 600.000.—. Am stärksten gefährdet ist unter den Nadelhölzern die Tanne, sie begann während des heurigen Sommers bereits gruppenweise abzusterben. Die Lärchen scheinen am widerstandsfähigsten zu sein, da sie die Nadeln jedes Jahr erneuern, macht ihnen das Verkleben der Spaltöffnungen nicht so viel aus wie Fichten und Tannen, die mit denselben Nadeln Jahrelang atmen sollen. Die Buchen zeigten interessanterweise bis einschließlich 1964 auf Standorten, die nicht zu nahe beim Werk gelegen waren, eine Zuwachssteigerung, weil der Boden dort mit Magnesit angereichert und dadurch entsäuert wurde. Aus den Zuwachsrückgängen in werksnäheren Zonen kann man aber berechnen, wann es zu Schäden bei den entfernten Buchen kommt. Größere Zuwachsrückgänge konnten interessanterweise in jenen Gebieten festgestellt werden, wo die Schäden äußerlich nicht sofort feststellbar waren. Dort, wo der Schaden auch jedem Laien sofort auffällt, lagen forstlich mindere Bonitäten vor. Dort war der normale Zuwachs schon sehr gering - eine Verminderung dieses schlechten Zuwachses macht aber wertmäßig weniger aus als eine Verminderung des Zuwachses auf guten Standorten. Für 1968 plant die forstliche Bundesversuchsanstalt erstmals eine Befliegung der Schadensgebiete Hochfilzen; dabei will man mit Hilfe von Spezialfilmen jede Ausweitung des Schadensgebietes feststellen.

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen