Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Herrn Landesjägermeister Dr. Rudolf Wieser

Autor Bauernkammer
Medium Brief
Texttyp Protestbrief
Erscheinungsdatum Ende 1996
Kategorisierung Jagd; 1996
Anmerkung des Autors in wesentlich geschwächter Form abgesandt.
Anmerkung des Herausgebers bezieht sich auf die Groteske um "Wie_man_in_den_Wald_hineinruft...!"

Papier Bauernkammer

Adamgasse 7a 6020 Innsbruck

Sehr geehrter Herr Landesjägermeister!


Mit Erstaunen haben wir registriert, daß es dem Tiroler Jägerverband fast drei volle Seiten seines Mitteilungsblattes wert war, sich mit einer Zeitungsglosse unseres Mitarbeiters Dipl. Ing. Winfried Hofinger auseinanderzusetzen. Darüber und über den Stil der Beiträge zu urteilen steht uns aber in keiner Weise zu, weil der Jägerverband eine autonome Körperschaft ist.

Wogegen wir uns aber verwehren müssen, ist das in Ihrem Schreiben ausgedrückte Bedauern, daß die Landeslandwirtschaftskammer so jemanden wie Hofinger in den Landesjagdbeirat entsendet. Diese Feststellung, ausdrücklich von Ihnen als Landesjägermeister getroffen, scheint uns eine ungehörige Einmischung in die Autonomie der Landeslandwirtschaftskammer.

Als vor 1983 die Vorarbeiten zur Novelle des Tiroler Jagdgesetzes unter dem Vorsitz des damaligen Präsidenten Hans Astner (in seiner Eigenschaft als vom Landtag beauftragten Abgeordneten) liefen, gehörte Hofinger zu jenen, die für die Schaffung von örtlichen Schlichtungsstellen eintrat. Gerade für die heuer vermehrt aufgetretenen Wildschäden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen wären solche Schlichtungsstellen überaus wertvoll. "In manchen Jagdgesetzen", so schreiben Sie richtig, gibt es solche örtliche Schiedskommissionen. Gäbe es sie auch in Tirol, was damals auf Druck von Jägerseite verhindert wurde, dann wäre der von Hofinger aufgezeigte und von unseren Mitglieder oft beklagte Mißstand nicht so gravierend.

Ganz überflüssig erscheint uns die Abqualifizierung von Hofingers Tätigkeit im Landesnaturschutzbeirat. Es wäre wünschenswert, wenn der Landesjagdbeirat ähnlich aktiv wäre wie der Naturschutzbeirat unter dem Vorsitz Hofingers. Anläßlich der Konstituierung des Landesjagdbeirates im Jahre 1991 haben Sie, laut Protokoll, gefordert, daß der "Landesjagdbeirat aufgewertet werden soll" und daß dort "auf breiter Basis ... problembezogene Arbeit" geleistet werden solle. In der Praxis tritt der Landesjagdbeirat kaum einmal zusammen; "nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden" wird dagegen eine Sitzung nach der anderen abberaumt.


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