Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum 10. August 2000
Kategorisierung FPÖ; Privilegien; Karlheinz Grasser; Jörg Haider;2000

Gratisflieger (III)

Wenn der Kärntner Landeshauptmann auf die Adlersruhe geflogen werden will, dann ist das Bundesheer natürlich zur Stelle. Ohne auf die Bestimmungen des Schutzgebietes am Großglockner zu achten, ohne den Grundeigentümer Alpenverein zu fragen, landet Haider dort, wo er will. Sein Parteifreund im Ministerium für Landesverteidigung findet das wichtig und richtig. Wo, bitte, ist da der Unterschied zu den Gratisflügen des früheren Kanzlers, der sich auf Einladung von Banken überall hinbringen ließ, wo ihm Auto oder Zug zu langsam waren? Es ist das jene Mentalität, die die Herrschenden aller Systeme früher oder später überkommt: Der Staat sind wir, nicht wir haben die Gesetze einzuhalten, sondern die anderen, die Leut'. Für das Volk zersprageln wir uns - als kleiner Dank dafür steht uns zu, dass für uns die Gesetze und die Anstandsregeln nicht so gelten.

Eine Etage oder zwei tiefer hat der Matreier Bürgermeister gemeint, dieselbe Haltung vorführen zu müssen: Als neuer Obmann des Lienzer Krankenhauses hielt er es für richtig, dort auf einem Behindertenparkplatz zu parken. Unerhörte Frechheit: Dem Chef des Hauses wurde ein Strafzettel mit heißen 200,- Schilling Strafe zugesteckt. Wenn man dem Bericht der Tageszeitung vom letzten Samstag glauben darf, hat er sogar versucht, gegen den Strafzettel zu protestieren - vergeblich allerdings, wie Gottfried Rainer schadenfroh berichtete.

Dass in derselben Woche der Kadavertransport von den Almen gestrichen werden sollte, und dass für eine Befriedung des wieder unruhig gewordenen Eiblschrofens kein Hubschrauber zur Verfügung stand, passt in das Bild.

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