Aus Winfried Hofinger | Holzknecht

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Autor Winfried Hofinger
Medium Tiroler Bauernzeitung
Texttyp Kommentar
Erscheinungsdatum  ? Oktober 2008
Kategorisierung Jörg Haider; Alkohol; 2008

Gespaltene Persönlichkeit

Ganz Kärnten war ein einziges Tränenmeer. Die Parteimänner der anderen Parteien waren bemüht, Haider nicht zu sehr zu loben. Von den weiter links stehenden Journalisten und Blättern kam nur Negatives. Allenfalls die Anmerkung, dass er wohl sehr begabt gewesen wäre - aber was er daraus gemacht hat... Im Vorwort zu Schillers "Wallenstein" steht: "Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte." Bei seinen Gegnern war es in erster Linie der Hass - die Wut darüber, dass er in vielem auch richtig gelegen ist. Erinnert sei an die im Fernsehen vorgenommene Demontage eines Gewerkschafters, dem Haider mit kleinen Tafeln nachwies, dass er im Monat wesentlich mehr einstreifte als viele seiner Mitglieder in einem Jahr. Das und anderes soll nicht vergessen sein. Und es muss die Frage gestellt werden, warum die anderen diesen und ähnliche Missstände nicht vorher und freiwillig abgestellt haben. Aber es bleiben auch viele, sehr viele unentschuldbare Fehlleistungen. Für mich ist die Verhöhnung eines Höchstrichters, gar der Verweis auf seinen tschechischen Namen, die ärgste aller Unsäglichkeiten. Entscheidungen der Höchstgerichte sind, so schwer einem das manchmal fallen mag, hinzunehmen; siehe Agrargemeinschaften! Das Spiel mit dem Namen, von Ariel Muzikant bis Ludwig Adamovic, ist durch gar nichts zu entschuldigen. Vielleicht werden Haiders letzte Stunden auf dieser Welt dazu beitragen, dass man, vor allem auch in seinen Parteien, über Menschen, die sexuell anders veranlagt sind, künftig milder urteilt. Über Alkohol am Steuer und die Raserei mit Autos ganz allgemein wird aus Prinzip nicht nachgedacht. Das könnte womöglich Wählerstimmen kosten.

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